Strandkörbe
Juli 12th, 2011Seit mehr als 125 Jahren findet man ihn an der Nord- und Ostseeküste an allen größeren Stränden. Der Strandkorb lässt sich aber auch in immer mehr deutschen Gärten finden. Er ist ein praktischer Wind- und Sonnenschutz und bietet obendrein die Möglichkeit, einfach mal die Füße hoch zu legen und zu entspannen.
Der Strandkorb für zu Hause
Möchte man einen eigenen Strandkorb für den heimischen Garten erwerben, kann man mit etwas Glück einen ausrangierten Strandkorb finden, dem nur ein neuer Anstrich fehlt. Aber auch das Angebot an neuen Strandkörben kann sich mittlerweile sehen lassen. Allerdings muss man bei einem echten Flecht-Strandkorb mit Preisen zwischen 150 und 1100 Euro rechnen. Einen Strandkorb, der auf das aufwändige Flechtwerk verzichtet, gibt es schon ab 75 Euro, wobei solchen Körben rein äußerlich die Bezeichnung Strandkorb kaum noch zusteht.
Im Prinzip ähneln sich alle Strandkörbe, doch man unterscheidet zwischen der abgerundeten Ostsee-Version und dem eher eckigen Nordsee-Gegenstück. Mittlerweile sind Strandkörbe in allen nur vorstellbaren Variationen zu haben. Als gepolsterte Liegefläche für mehrere Personen oder als Designerstück mit Stoffdach.
Der Strandkorb in seinem natürlichen Habitat
Vermietet werden Strandkörbe schon seit 1883, als der Erfinder Wilhelm Bartelmann eine Anzeige im Allgemeinen Rostocker Anzeiger aufgab, in der stand, dass er seine neuen „Sandstühle“ nun auch zur Vermietung anbieten würde. Seitdem findet man an fast allen belebten Strandabschnitten entlang der deutschen Küste eine Strandkorbvermietung. Für das gemütliche Plätzchen im Schatten zahlt man zwischen 7 und 10 Euro am Tag. Man kann einen Strandkorb allerdings auch gleich für eine ganze Woche mieten und ca. 50 bis 60 Euro zahlen. Vor ein paar Jahren lagen die Tagesmietpreise noch ungefähr bei 5 bis 7 Euro.
G8-Gipfel im Strandkorb
2007 fand der G8-Gipfel in Heiligendamm einen denkwürdigen Abschluss, als die Regierungschefs der teilnehmenden G8-Staaten zusammen mit dem EU-Präsidenten für ein abschließendes Gruppenfoto in einem überdimensionalen Strandkorb Platz nahmen. Für den riesigen Korb (zwei Meter hoch/sechs Meter lang) wurden zwei Kilometer Flechtband, ein Kubikmeter Holz und 35 Quadratmeter blau-weißes Tuch verarbeitet.
Der Strandkorb als Exportschlager
Zwar ist der Strandkorb eine deutsche Erfindung, die auch eher an den heimatlichen Gestaden anzutreffen ist, doch erfreut er sich mittlerweile auch im Ausland immer größerer Beliebtheit und die Strandkorbhersteller und Händler freuen sich über immer mehr Aufträge aus der ganzen Welt. Dabei gibt es Großaufträge für Strandkorbvermietungen wie in Deutschland und natürlich Einzelbestellungen begeisterter Deutschlandurlauber.
Als sich die rheuma-kranke Elfriede von Maltzahn, die sich 1882 am Warnemünder Strand als Kurgast aufhielt, eine Sitzgelegenheit für den Strand wünschte, hätte sie sich das bestimmt nicht träumen lassen.